{"id":259,"date":"2010-06-30T01:59:09","date_gmt":"2010-06-29T23:59:09","guid":{"rendered":"http:\/\/roetelbergranch.de\/?p=259"},"modified":"2019-08-15T02:03:09","modified_gmt":"2019-08-15T00:03:09","slug":"equirando-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/roetelbergranch.de\/?p=259","title":{"rendered":"Equirando 2010, Vizille"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Hinweis: Von dieser Reise gibt es ein wunderbares einst\u00fcndiges DVD-Video. Wenn man Dietmar freundlich fragt, k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass man eine Kopie davon bekommt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Reiten im Radler- und Wintersportgebiet \u2013 Herausforderung pur!<br><\/strong>Dieses Jahr eroberten wir die franz\u00f6sischen Alpen<\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Juli 2010 war es wieder soweit: das alle 2 Jahre stattfindende Equirando wurde k\u00fcrzlich in Vizille, N\u00e4he Grenoble ausgetragen. Vier Reiter unserer R\u00f6telbergranch, Christine, Angie und ihre 9-J\u00e4hrige Tochter Sophie und Nathalie waren mit von der Partie. Wir legten in 5 Reittagen, die uns durch die franz\u00f6sischen Alpen f\u00fchrte, rund 100 km und 2500<\/em><em>&nbsp;<\/em><em>H\u00f6henmeter zur\u00fcck. In Vizille feierten wir dann drei Tage mit 800 anderen Reitern und deren Begleitern aus Belgien, Italien, der Schweiz und nat\u00fcrlich Frankreich. H\u00f6hepunkt der Reitsportveranstaltung ist traditionell der Umzug durch die Feststadt. Wir und unsere Betreuer vertraten Bayern neben sechs anderen deutschen Reitern stolz mit der Landesfahne in Dirndl und Lederhose.&nbsp;<br><br><\/em>2008 fand das Equirando in Ch\u00e2teaubriant, Departement Pays de la Loire, in der N\u00e4he des Atlantiks statt. Ganz im Gegensatz zum relativ flachen Gel\u00e4nde dort, warteten auf uns in den franz\u00f6sischen Alpen ganz andere Herausforderungen. P\u00e4sse, Schluchten, steile Bergpfade oft mit steinigem, losem Untergrund mussten gemeistert werden. Au\u00dferdem gibt es in dem, zu den am d\u00fcnnsten besiedelten Regionen Frankreichs geh\u00f6rendem Gebiet kaum Schutzh\u00fctten, geschweige denn bewirtschaftete Unterk\u00fcnfte f\u00fcr den Notfall. Auch Wasser bzw. Tr\u00e4nkstellen f\u00fcr die Pferde findet man nur selten. Die Teilnahme am Equirando und der geforderte 100 km Ritt ben\u00f6tigen im Vorfeld eine akribische Planung. Strecken mit H\u00f6henprofilen, Wanderreitstationen bzw. Unterk\u00fcnfte, Ausr\u00fcstung, Begleiter, Impfungen f\u00fcr die Pferde, wer sich um die zu Hause gebliebenen Vierbeiner k\u00fcmmert, alles muss genau abgestimmt sein, damit so ein anspruchsvoller Ritt \u00fcberhaupt durchgef\u00fchrt werden kann. Nicht zuletzt musste f\u00fcr jeden Reiter das passende Pferd gefunden und zusammen entsprechend trainiert werden. Deshalb haben wir mit den ersten Planungen bereits im November 2009 angefangen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch sechs Reiter f\u00fcr die Frankreichreise vorgesehen: neben Christine und Dietmar mit Plainsman und Csaba (zwei 9 und 12j\u00e4hrige Traberwallache) waren noch Marina mit Fedora (13j\u00e4hriger Traberstute), die 9j\u00e4hrige Sophie mit Vittoria (9j\u00e4hriger Bardigiano-Stute), ihre Mutter Angie mit Giardino (11j\u00e4hriger Traberwallach) sowie Nathalie mit Nicolas (17j\u00e4hriger Traberwallach) im Team vorgesehen. Letztlich musste Dietmar leider aus dringenden beruflichen Gr\u00fcnden zu Hause bleiben. Auch bei Marina kam kurz vor Abreise noch ein Krankheitsfall in der Familie dazwischen. Ebenso kurzfristig mussten ausgerechnet die Equirando-erfahrenen Betreuer Monika und Rainer absagen; krankheitsbedingt mussten auch sie die Segel streichen. Als Betreuer blieben nur noch unser Augsburger Freund Wolfi, Angies Mann Bernd mit der kleinen Carolin, sowie Nathalies Mutter und ihre Tante. Von all diesen Umst\u00e4nden lie\u00dfen wir verbliebenen Reiter uns aber nicht beirren und starteten Ende Juli in das 10 Tage dauernde Abenteuer franz\u00f6sische Alpen. Unsere Sabine k\u00fcmmerte sich w\u00e4hrend dieser Zeit liebevoll und zuverl\u00e4ssig um die zu Hause gebliebenen Vierbeiner.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ziel- bzw. Reitgebiet hatten wir uns den Vercors ausgesucht.&nbsp;<br>Der Vercors ist ein durch tiefe T\u00e4ler begrenzter Gebirgsstock im \u00e4u\u00dfersten Westen der franz\u00f6sischen Alpen. Er hat eine Ausdehnung von etwa 30 mal 40 Kilometer und mehrere Zweitausender (Gipfelh\u00f6hen bis zu 2350&nbsp;m). Da er an allen Seiten schroff ansteigt, konnte er erst im 20. Jahrhundert f\u00fcr den Stra\u00dfenverkehr zug\u00e4nglich gemacht werden. Aufgrund der eingeschr\u00e4nkten Nutzbarkeit befindet sich im Vercors das mit 170 Quadratkilometern gr\u00f6\u00dfte Naturschutzgebiet Frankreichs, die R\u00e9serve naturelle des Hauts plateaux du Vercors mit Hochwiesen, Kalkplateaus und Steilh\u00e4ngen. Das Naturschutzgebiet ist gr\u00f6\u00dftenteils ohne Wege, au\u00dferdem gibt es keine festen, dauerhaften Geb\u00e4ude in diesem Gebiet, so dass es Besuchern nur schwer erschlie\u00dfbar ist. So wird der Tourismus aus dem Naturschutzgebiet weitgehend herausgehalten und spielt sich im \u00fcbrigen Massiv ab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Karstgebirge herrscht st\u00e4ndig Wasserknappheit, es gibt nur wenige Wasserstellen an denen Mensch und Tier unterwegs ihren Durst l\u00f6schen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zweiten Weltkrieg war der Vercors ein wichtiges Zentrum der R\u00e9sistance, als R\u00fcckzugs-, Ausbildungs-, Lazarett- und Versorgungsgebiet<br>Der n\u00f6rdliche Teil des Vercors-Gebirge war w\u00e4hrend der Olympischen Winterspiele 1968 Austragungsort zahlreicher sportlicher Wettbewerbe. Zu diesem Zweck wurden die Zufahrtsstra\u00dfen ausgebaut und neue Sportanlagen wie Skisprungschanzen und Rodelbahn errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ca. 1 Woche bevor wir dieses Gebiet eroberten, arbeiteten sich die Radrennfahrer der Tour de France durch dieses Gebiet. W\u00e4hrend ihrer Tour durch den Vercors trafen wir unterwegs auch immer wieder auf Rennfahrer und Mountainbiker.<\/p>\n\n\n\n<p>Am fr\u00fchen Morgen des 17. Juli starteten wir mit unseren 4 Pferden die Anfahrt ins Abenteuer franz\u00f6sischen Alpen. Ein Teil war bereits aufgebrochen und man traf sich an der ersten Zwischenstation im Elsass zum Fr\u00fchst\u00fcck und zu einer kleinen Rast. Am Sonntag ging es dann gemeinschaftlich weiter bis zur ersten Reitetappe im Vercors. Nach insgesamt zweimal 8 Stunden Fahrt kamen Reiter, Begleiter, sowie Pferde gut in der, auf 900 H\u00f6henmeter liegenden Unterkunft \u201eLes Fauries\u201c (N\u00e4he Ortschaft Le Faz), einem renovierten Bauernhaus mit G\u00e4stezimmern und Bewirtung an. Der Empfang war herzlich \u2013 die Dame des Hauses sprach sogar hervorragend Deutsch -, die Pferde konnten sich auf der Weide von der langen Fahrt erholen und auch wir Zweibeiner fanden nach einem regionalen Abendessen, bestehend aus Gem\u00fcseterrine, Lamm in Zitronenso\u00dfe mit Gratin dauphinois, Fromage blanc und selbst gemachtem Orangenwein, ein weiches Bett vor.&nbsp;&nbsp;<br>Die Erholung von der anstrengenden Anreise war auch dringend n\u00f6tig, da am n\u00e4chsten Tag bereits ca. 15 km auf unbekanntem Terrain zur\u00fcckzulegen waren. Nach einem typisch franz\u00f6sischen Fr\u00fchst\u00fcck wurden die Pferde vorbereitet, um den ersten Ritt anzugehen. Beeindruckend waren sogleich die breiten, \u00fcbersichtlichen Feldwege \u00fcber weite Bergweiden mit spektakul\u00e4ren Ausblicken ins Tal und auf den, dem D\u00e9partement namensgebenden Fluss Is\u00e8re, wie auch schmale und steinige Waldpfade, die uns bergauf oder bergab f\u00fchrten. Die Navigation mit GPS verlief problemlos, einerseits durch die Vorarbeit zu Hause, andererseits auch durch die sehr gute Beschilderung vor Ort. Sophie lernte erste Hindernisse beim Wanderreiten kennen, wie zwei sehr schmale Gatter, durch die wir unsere Pferde \u00fcber eine Kuhweide f\u00fchren und dabei sogar die Packtaschen vom Sattel abnehmen mussten, um durchzupassen. Nach etwa 5 Stunden kamen wir in der kleinen Ortschaft Malleval bzw. an der zweiten Unterkunft, einer Auberge mit Unterbringung im Gemeinschaftsschlafsaal an. Nachdem die Pferde versorgt waren, gab es dann am Abend auch f\u00fcr uns Reiter und unsere Crew eine kleine St\u00e4rkung und wir schlossen Bekanntschaft mit anderen Wanderreitern, die ebenfalls nach Vizille unterwegs waren.&nbsp;<br>Der zweite Reittag brachte mit etwa 26 km und 1300 Hm die l\u00e4ngste und reiterlich anspruchsvollste Strecke. Wir nahmen sie mit geb\u00fchrendem Respekt und entsprechender Vorsicht in Angriff. Ein erster steiler und schwieriger Anstieg zum \u201eCol de Neurre\u201c auf \u00fcber 1200 Meter wurde n\u00f6tig, da uns von der urspr\u00fcnglich geplanten Strecke durch den \u201eCanyon des Ecouges\u201c und den zugeh\u00f6rigen Tunnel abgeraten wurde. Dieser Tunnel wurde erst vor einigen Jahren gebaut, da die urspr\u00fcngliche Stra\u00dfe durch Steinschlag versch\u00fcttet und nicht mehr befahrbar gemacht wurde. Schon zu Hause war uns bekannt, dass der Tunnel im Winter mit Ger\u00f6ll versch\u00fcttet worden war. Es wurde aber auf Nachfrage beim GTV (\u00e4hnlich Alpenverein) versichert, dass dies bis zum Sommer behoben sei. Erst vor Ort erfuhren wir dann, dass der Tunnel nur einspurig angelegt, aber beidseitig befahren und zudem schlecht beleuchtet und relativ lang ist. Dies erschien zu gef\u00e4hrlich und so wich man \u00fcber den \u201eCol de Neurre\u201c aus. Aber auch hier war Durchhalteverm\u00f6gen gefragt. Da der ger\u00f6llige, steile Pfad sehr schmal und am Abgrund entlang verlief, f\u00fchrten wir unsere Pferde den gr\u00f6\u00dften Teil des Anstiegs (f\u00fcr die 9j\u00e4hrige Sophie war dieser Streckenabschnitt zu schwierig, sie wurde zuvor bei den Betreuern abgeliefert und stie\u00df sp\u00e4ter wieder zu uns Reitern). Die Schwierigkeit bestand darin, mit den Pferden Schritt zu halten. Diese ben\u00f6tigen einigen Schwung um rauf zu kommen, man versucht einfach irgendwie dran zu bleiben, auch wenn die Muskeln brennen wie Feuer. Alles verlief gut und nach einer kurzen Verschnaufpause setzten wir unseren Ritt in Richtung des zweiten Anstiegs fort, dem \u201ePas de Pierre Taill\u00e9e\u201c, der auf \u00fcber 1600 H\u00f6henmeter hinauff\u00fchrte. Laut Topo-guide mussten am steilsten St\u00fcck 200 Hm auf 1000 m \u00fcberwunden werden &#8211; von einer gleichm\u00e4\u00dfigen Steigung von 20% konnte hierbei allerdings nicht ausgegangen werden. Bei einem Bauernhaus mit Tr\u00e4nke f\u00fcr die Pferde wurde eine kleine Rast eingelegt. Dort trafen wir auf eine kleine Wandergruppe, die gerade den Pass hinter sich gebracht hatte. In einer kurzen Unterhaltung erfuhren wir, dass ein Hinweisschild stark vom \u00fcberqueren des Passes zu Pferd abr\u00e4t. Au\u00dferdem beschrieben die Wanderer den Weg als sehr schmal, \u00e4u\u00dferst steil mit Spalten im Boden (als Begrenzung f\u00fcr die freilaufenden K\u00fche) und ohne Seitenabsicherung. Nach gemeinschaftlicher Beratschlagung beschlossen wir also umzukehren, den gef\u00e4hrlichen Pass nicht zu beschreiten und uns lieber von unseren Betreuern an einem weiter unten gelegenen Parkplatz (am Col de Romeyer) mit den Pferdeh\u00e4ngern abholen zu lassen. Falscher Stolz ist in solchen Situationen vollkommen fehl am Platz. Man muss die Situation objektiv absch\u00e4tzen, im Notfall einen Plan B parat haben und immer die sicherere Alternative w\u00e4hlen, vor allem wenn man in den Bergen unterwegs ist. In der dritten Unterkunft \u201eRefuge de G\u00e8ve\u201c (in der N\u00e4he der Biathlonstation und weit ab von der n\u00e4chsten Ortschaft) angekommen, trafen wir auch die franz\u00f6sischen Wanderreiter des Vortags wieder. Diese erz\u00e4hlten von ihrem Ritt: eine kleine Gruppe lie\u00df ihre Pferde alleine den \u201ePas de Pierre Taill\u00e9e\u201c hinaufklettern. Oben fing dann ein Teil der Reiter diese wieder ein. Ein Anderer \u00fcberquerte reitend und alleine den \u201ePas de Pierre Taill\u00e9e\u201c und best\u00e4tigte, dass dies nur machbar w\u00e4re, wenn man bereits l\u00e4nger in den Bergen unterwegs sei und sich die Pferde an die anspruchsvollen Anstiege auf den Ger\u00f6llpfaden gew\u00f6hnt h\u00e4tten. Alles andere sei grob fahrl\u00e4ssig und gef\u00e4hrlich. Die anderen beiden Reiter dieser Gruppe beschritten vorsichtshalber einen leichter eingesch\u00e4tzten Pass, der in unregelm\u00e4\u00dfigen Gesteinstreppen \u00fcber den Berg f\u00fchrte. Trotz aller Vorsicht st\u00fcrzte eines ihrer Pferde und verletzte sich an den Vorderbeinen, so dass die beiden Reiter 20 Minuten in der Steillage stehen und ausruhen mussten, bis die Stute sich beruhigte und wieder zu Kr\u00e4ften kam.&nbsp;<br>Ein solches Ereignis beweist, dass man in den Bergen nichts auf die leichte Schulter nehmen darf und lieber einen Schritt zur\u00fcckgeht, als einen zu weit. Nach diesen Grenzerfahrungen beratschlagten wir uns nach einem schmackhaften Abendessen \u2013 Salatplatte mit allerlei Kr\u00e4utern, Schweineschulter in Heu gegart und Heidelbeertarte &#8211; mit Hilfe des Herbergsvaters \u00fcber die n\u00e4chste Etappe und lie\u00dfen uns den Wegverlauf genau erkl\u00e4ren, um m\u00f6glichen \u00dcberraschungen vorzubeugen.&nbsp;<br>Nach dem eher einsamen und schwierigen Gel\u00e4nde der 2. Etappe stand so die ca. 24 km lange,&nbsp;<strong>3. Wegstrecke<\/strong>&nbsp;bereits unter einem guten Stern und verlief auch einwandfrei. Die erste H\u00e4lfte ging auf breiten Langlaufloipen bergauf und bergab. Dort begegnete man an Sesselliften vorbei auch vielen Mountainbikern, Wanderern und sogar einer von einem Packesel begleiteten Familie. Im zweiten Streckenabschnitt, oben am Pas de Tracollet (\u00fcber 1600 m) trafen wir eine gro\u00dfe Gruppe von etwa 20 Wanderreitern aus der Schweiz, die bereits seit 8 Tagen unterwegs waren und sich ebenfalls auf dem Weg nach Vizille befanden. Weiter ging es ein kleines Wegst\u00fcck zusammen durch Kuhweiden, auf einem schmalen Pfad durch ein von Stacheldraht umgebenem Gatter den Berg hinauf. Im weiteren Verlauf f\u00fchrte die Strecke in Serpentinen auf steinigen Waldwegen bergab, durch die Bergstadt Lans-en-Vercors bis in die n\u00e4chste Unterkunft, einem Bauernhof mit Gefl\u00fcgelzucht, Streichelzoo, Spielplatz, Minigolf und Pool. Von dort aus war f\u00fcr den Folgetag ein etwa 20 km langer Rundritt in dem Gel\u00e4nde um die Station herum geplant, da wir zwei N\u00e4chte auf dem idyllischen Bauernhof untergebracht waren.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr unsere Begleiter bestand an diesem Tag die M\u00f6glichkeit, die \u201eGrottes de Choranches\u201c, die gr\u00f6\u00dfte unterirdische Tropfsteinh\u00f6hle des Vercors, zu besichtigen. In dieser findet man bis zu 15 Meter hohe S\u00e4le, Versteinerungen und Tropfsteingebilde. Die H\u00f6hle beherbergt einen unterirdischen See von etwa 50 Meter L\u00e4nge und bis zu 8 Metern Tiefe.<br>Am Freitag war es dann soweit: Mit Fahrzeugen und Pferdeh\u00e4ngern verlie\u00dfen wir das Massiv des Vercors. So umgingen wir die grauen und zum reiten wenig reizvollen Teerstra\u00dfen der Grenobler Vorst\u00e4dte, um danach die letzten 15 km nach Vizille per Pferd anzupacken. Dort ging es auf Feldwegen zwischen Maisfeldern und W\u00e4ldern entlang bis nach Vizille. Vor der Stadt durchquerten wir einen, in den Fels geschlagenen Tunnel, um ins Stadtzentrum, dem gro\u00dfen Treffpunkt zu gelangen. Durch eine gro\u00dfe Menschentraube und ein gro\u00dfes rotes Tor ging es dann hindurch zum Schloss zur Tierarztkontrolle. Schon viele weitere Gruppen aus unterschiedlichen L\u00e4ndern und franz\u00f6sischen Regionen warteten dort mit ihren Pferden auf den Gesundheitscheck. Die R\u00f6telberger Pferde wurden anhand des Pferdepasses identifiziert, ihre Impfungen und ihr Gesundheitszustand kontrolliert und anschlie\u00dfend von den Tier\u00e4rzten mit gr\u00fcnen B\u00e4ndern um die Fesseln als zugelassen markiert. Ein Vertreter der Equipe durfte am Empfang die Essens- und Veranstaltungsmarken, sowie Gutscheine f\u00fcr Heu und Stroh, Trinkbecher und einen Geschenkbon abholen und dann ging es endlich aufs Festgel\u00e4nde, welches rund um das Schloss von Vizille aufgebaut war. Freiwillige Helfer, die den ganzen Tag auf ihren Fahrr\u00e4dern unterwegs und durch ihre gr\u00fcnen Helfer-T-Shirts gut erkennbar waren, wiesen die Equirandoteilnehmer ein und begleiteten auch uns zu den reservierten Pl\u00e4tzen f\u00fcr die Pferde. Nach der Versorgung der Pferde mit Heu und Wasser konnten Geschenke f\u00fcr die Teilnehmer des Equirando abgeholt werden. Es gab f\u00fcr jedes Pferd einen Eimer, Becherhalter f\u00fcr die Reiter und Begleiter, Plaketten mit dem Logo des Equirandos, Programmhefte, Schl\u00fcsselb\u00e4nder des franz\u00f6sischen Nationalgest\u00fcts, eine Menge Waln\u00fcsse, f\u00fcr die diese Region bekannt ist und sogar ein paar Miniaturfl\u00e4schchen mit Lik\u00f6r aus der \u201eChartreuse-Kellerei\u201c. Nach einem umfangreichen Abendessen im Festzelt, mitten unter den anderen Teilnehmern, schlugen auch wir mit unseren Betreuern unser Lager auf. Eine Reiterin musste zur Aufsicht 2 N\u00e4chte direkt neben unseren Vierbeinern im Zelt aushalten. Es war nicht besonders bequem und wegen der Vorf\u00fchrungen und den vielen wiehernden Pferden auch ziemlich lange noch recht laut, aber der Rest der Mannschaft konnte sein Quartier auf dem etwa 5 Minuten entfernten Parkplatz des Equirandos mit Zelt, Bus und Wohnmobil aufschlagen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"448\" src=\"https:\/\/roetelbergranch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/23.07.10lansenvercorsvizille015.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-260\" srcset=\"https:\/\/roetelbergranch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/23.07.10lansenvercorsvizille015.jpg 600w, https:\/\/roetelbergranch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/23.07.10lansenvercorsvizille015-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Samstagvormittag wurden alle Equipes nochmal offiziell begr\u00fc\u00dft. In diesem Rahmen \u00fcberreichten wir Kelheimer die mitgebrachten Gastgeschenke. Neben Prospekten aus dem Landkreis Kelheim, Lebkuchenherzen und anderen Mitbringseln aus Bayern \u00fcbergaben wir auch die Bierkr\u00fcge, die wir f\u00fcr diesen Anlass auf Anfrage vom Kelheimer Landrat erhalten hatten.<br>Um 14:30 Uhr stand dann der traditionelle und von allen Reitern mit gro\u00dfer Spannung erwartete&nbsp;<strong>Defil\u00e9 (Umzug) durch Vizille<\/strong>&nbsp;auf dem Programm. Dieses Mal stand der Umzug unter dem Motto \u201eFranz\u00f6sische Revolution\u201c f\u00fcr die einheimischen und unter \u201eTracht\u201c f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Reiter. Wir putzen unsere Pferde auf Hochglanz, schl\u00fcpften in Dirndl und Lederhose, h\u00e4ngten uns bunte Lebkuchenherzen um, schm\u00fcckten den Bollerwagen f\u00fcr die kleinste Begleiterin Carolin (1 \u00be Jahre) mit wei\u00df blauen F\u00e4hnchen, nahmen die Bayernfahne unter den Arm und machten uns auf den Weg zur Aufstellung. Wie immer f\u00fchrten die ausl\u00e4ndischen Reiter in alphabethischer Reihenfolge den Umzug an. Danach folgten die Franzosen entsprechend ihrer Departements. Im Gegensatz zur Aufstellung in Ch\u00e2teaubriant, war diese wesentlich besser organisiert. Helfer mit Schildern wiesen auf einer gro\u00dfen Wiese die Reiter an den richtigen Platz. So entstand kein Durcheinander und alles klappte wie am Schn\u00fcrchen. P\u00fcnktlich startete der Zug mit pr\u00e4chtig kost\u00fcmierten Reitern und sch\u00f6n geschm\u00fcckten Pferden und Kutschen. Man f\u00fchlte sich wirklich in die Zeit der franz\u00f6sischen Revolution zur\u00fcck versetzt. Zumal ganz Vizille schon seit Mittwoch dieses geschichtliche Ereignis mit entsprechenden Vorf\u00fchrungen und St\u00e4nden in der Stadt feierte. \u00dcberall liefen Uniformierte, herrschaftlich gekleidete Edelleute u. Frauen in Ball- und Bauernkleidern herum. W\u00e4hrend des Umzugs wurde nochmals jedes Team unter gro\u00dfem Applaus vorgestellt. Es war eine fr\u00f6hliche, ausgelassene Atmosph\u00e4re. Unsere Pferde haben auch hier gut mitgemacht und sich weder von dem lauten Getrommel, der Musik, den vielen klatschenden Zuschauern oder den wehenden Fahnen aus der Ruhe bringen lassen.<br>Nach dem Umzug stand schon das n\u00e4chste Ereignis auf dem Programm: die Vorf\u00fchrung des franz\u00f6sischen Reitstars Jean Marc Imbert, der sein Publikum mit unglaublichen Reitk\u00fcnsten begeisterte. Ohne Sattel und Zaumzeug, also mit v\u00f6llig freien Pferden zeigte er seine Darbietungen. Unter tosendem Applaus f\u00fchrte er ebenfalls mit freien Pferden die ungarische Post im Galopp vor, ein Kunstst\u00fcck das man nicht alle Tage zu sehen bekommt.<br>Aber auch das war nicht das letzte was wir an diesem Tag erlebten. Abends wurden wir mit dem traditionellen Galadiner k\u00f6niglich bewirtet; es gab regionale Spezialit\u00e4ten wie Pastete und Gratin du Dauphinois mit Putenbrust, K\u00e4se und Walnu\u00dft\u00f6rtchen, daneben Wein, viel Stimmung im Festzelt mit Gesang und Tanz auf den B\u00e4nken. Das Sportkomittee stellte alle Equipes nochmals vor und ehrte diverse Reiter und Kutschfahrer, so u.a. den mit 87 Jahren \u00e4ltesten Teilnehmer M. Paul P\u00e8rier, den 5j\u00e4hrigen und damit j\u00fcngsten Teilnehmer L\u00e9on Dagot, Francois Leveill\u00e9, der mit seinen beiden Pferden 1800 km u.a. durch die Pyren\u00e4en hinter sich brachte und die mit 1000 zur\u00fcckgelegten Kilometern l\u00e4ngste Kutschfahrt von der Normandie zum Equirando. Zu guter Letzt gab es noch ein prunkvolles Open-Air Theaterst\u00fcck mit Pferden zur franz\u00f6sischen Revolution.<br>Kaum erholt von diesem erlebnisreichen Tag brachen wir am Sonntagvormittag zur, vom Sportkomittee organisierten Zugfahrt Chemin de Fer de La Mure mit spektakul\u00e4ren Ausblicken auf die Schluchten des Drac und den Stausee auf. Die Chemin de Fer de La Mure ist eine elektrisch betriebene Eisenbahnstrecke s\u00fcdlich von Grenoble. Heute wird die Linie als Museumsbahn betrieben. Die Strecke ist insgesamt 30 km lang, f\u00fchrt durch eine felsige Gebirgslandschaft und arbeitet sich mit Hilfe von 143 Br\u00fccken und Tunnels vom niedrig gelegenen Tal des Drac auf eine Hochebene hinauf. Die Bahn wurde in den Jahren 1882 bis 1886 erbaut, was enorme Anstrengungen erforderte. Sogar die franz\u00f6sische Armee musste eingeschaltet werden, um mit Hilfe von Granaten eine Trasse in die teils senkrechten Felsw\u00e4nde der Schluchten des Drac zu sprengen. Heutzutage ziehen die Elektrolokomotiven ihre Passagierz\u00fcge mit einer H\u00f6chstgeschwindigkeit von 30 km\/h in eine andere Epoche, w\u00e4hrend sie eine phantastische Landschaft durchqueren.<br>Sonntagnachmittag gab es noch diverse Wettbewerbe f\u00fcr Pferd und Reiter, die wir R\u00f6telberger aber zugunsten kultureller Angebote, wie dem Museum zur franz\u00f6sischen Revolution im Schloss von Vizille, auslie\u00dfen. Am Abend verabschiedete sich das Sportkomittee mit einem weiteren opulenten Essen von allen Teilnehmern, verriet den n\u00e4chsten Austragungsort des Equirandos 2012 (Poitiers im D\u00e9partement Vienne, Region Poitou-Charentes) und w\u00fcnschte allen eine gute Heimreise.<br>Mit vielen sch\u00f6nen Eindr\u00fccken und der \u00dcberzeugung in 2012 wieder mit dabei zu sein, machte sich unser Team wehm\u00fctig auf den Weg nach Hause.<br>Unsere Pferde haben bewiesen, dass auf sie absolut Verlass ist. Es hat alles gut geklappt, es war sehr anstrengend, aber ein au\u00dfergew\u00f6hnliches und sch\u00f6nes Erlebnis. Und: \u201enach dem Equirando ist auch wieder vor dem Equirando!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Von dieser Reise gibt es ein wunderbares einst\u00fcndiges DVD-Video. Wenn man Dietmar freundlich fragt, k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass man eine Kopie davon bekommt. Reiten im Radler- und Wintersportgebiet \u2013 Herausforderung pur!Dieses Jahr eroberten wir die franz\u00f6sischen Alpen Im Juli 2010 war es wieder soweit: das alle 2 Jahre stattfindende Equirando wurde k\u00fcrzlich in &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/roetelbergranch.de\/?p=259\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEquirando 2010, Vizille\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-259","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fernritte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=259"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":264,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/259\/revisions\/264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}