{"id":292,"date":"2000-01-01T02:30:19","date_gmt":"2000-01-01T01:30:19","guid":{"rendered":"http:\/\/roetelbergranch.de\/?p=292"},"modified":"2019-08-15T02:37:19","modified_gmt":"2019-08-15T00:37:19","slug":"traumzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/roetelbergranch.de\/?p=292","title":{"rendered":"Traumzeit!?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vorwort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was ist die &#8218;Traumzeit&#8216;?  In der Mythologie der Ureinwohner Australiens, den Abourigines, gibt es eine Traumzeit. Jeder Mensch macht seine Traumzeit durch. Er wandelt auf &#8217;seinem&#8216; Pfad, den nur er sehen kann und begegnet dabei seiner eigenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dies ist einer Schilderung meiner &#8222;Traumzeit&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>(der &#8218;Traumpfad&#8216; wurde begangen, erlebt und aufgeschrieben von\u00a0Wicky)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann Samstag Nachmittags komme ich auf die R\u00f6telbergranch&#8230;<br>&#8230;will mal ein bischen mit Dietmar reden&#8230; einfach so, ohne Anlass.<br>Nun ja, M\u00e4dchen trudeln ein, teils gebracht von ihren Eltern, teils selbst mit dem Fahrrad oder Auto gekommen. Ich gehe in die K\u00fcche&#8230; &#8222;Servus, bei&#8217;nand&#8220; &#8211; &#8222;&#8218;Servus Wicky, mogst an Kaff\u00e4\u00e4h&#8230;&#8220;, nehme Platz an dem gro\u00dfen ovalen Tisch, an dem schon Dietmar mit einem mir unbekannten P\u00e4rchen sitzt. Dietmar stellt uns kurz vor und sofort geht es weiter in der Unterhaltung. Keine Ber\u00fchrungsangste, einfach reden&#8230; ein M\u00e4dchen kommt rein, &#8222;Hallo Dietmar!&#8220;&#8230; &#8222;&#8230;du, d&#8217;Christine is schon drausdn und hiod de Pferd von da Koppel&#8220; antwortet Dietmar&#8230; &#8222;&#8230;guat, Pfia eich!&#8220; sagt das M\u00e4dchen und geht wieder raus. Ein Katze l\u00e4uft durch die K\u00fcche und bestaunt meinen Hund Laika, der das irgendwie als unangenehm empfindet, aber nicht auf die Katze losgeht, nein, der vergreift sich sodann an dem, am halbfertig gemauertem Kachelofen liegendem, getrocknetem Brot und schleppt es durch die K\u00fcche, um alles vollzubr\u00f6seln&#8230;<br>Das Gespr\u00e4ch wird fortgesetzt, es wird im allgemeinen und \u00fcberhaupt und wenn dann doch nicht, dann zumindest \u00fcber&#8230; kurz, \u00fcber alles was die Welt bewegt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/roetelbergranch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/heuwagen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-293\" srcset=\"https:\/\/roetelbergranch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/heuwagen.jpg 640w, https:\/\/roetelbergranch.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/heuwagen-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einer Weile stehe ich auf, gehe hinaus&#8230; ich will eine Zigarette rauchen&#8230; die letzte Zigarette in dieser K\u00fcche habe ich vor 14 Jahren geraucht, als Dietmar dort eingezogen ist&#8230;<br>&#8230;drau\u00dfen kommen mehrere M\u00e4dchen, ein Junge und Christine mit dem Pferden von der Koppel, binden sie an und bereiten sie f\u00fcr den Ritt vor. Sie holen die S\u00e4ttel, pr\u00fcfen die Hufe, kontrollieren, ob alles in Ordnung ist&#8230; ich gehe zur Laika (Anm: dem Pferd Laika, weil mein Hund auch Laika hei\u00dft), lasse sie erst an meiner Hand riechen, streichle ihre Nase, dann gehe ich in den Stall, hole ein paar \u00c4pfel, halbiere sie und gebe jedem Pferd einen davon. Nebenbei rauche ich meine Zigarette, was die Pferde aber nicht sonderlich m\u00f6gen&#8230;<br>Es wird nat\u00fcrlich auch mein obligatorischer Kontrollgang durchgef\u00fchrt, ich schaue, was sich vielleicht ge\u00e4ndert hat, und komme ins gr\u00fcbeln&#8230;<br>Fr\u00fcher standen hier Autos und Motorr\u00e4der rum, es brummte und knatterte&#8230; Teile der Stallungen waren kurz vor dem Zusammenbruch&#8230;<br>Und heute? Heute ist das Mittelteil komplett neu aufgebaut, noch nicht fertig, aber der Rohbau steht, das Dach ist fertig eingedeckt, der Heuboden l\u00e4sst sich schon voll nutzen! In dem besseren Teil der alten Stallungen ist die M\u00f6glichkeit, die Pferde unterzubringen, sofern sie nicht auf der Weide sind, wie meist im Sommer. Das wurde schon gro\u00dfz\u00fcgig gestaltet&#8230; Irgendwann wird auch der Mittelteil fertig sein, mit seinen neuen Stallungen&#8230; was hei\u00dft Stallungen, jedes Pferd wird die M\u00f6glichkeit haben, rein und raus zu gehen sooft und wann es will. Soll ja kein Gef\u00e4ngnis werden, wo morgens einer die obere Klappe der T\u00fcr aufmacht, damit das Pferd Tageslicht sieht und sich ansonsten kaum umdrehen kann&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;ein Schnauben schreckt mich aus meinen Gedanken auf, die Reiter(innen) haben ihre Pferde fertig, sitzen auf und reiten los&#8230; das Wetter ist k\u00fchl, aber trocken, eigentlich ideal, weil die Wege der Umgebung trittfest sind. Manchmal denke ich, ob ich nicht doch anfangen sollte, zu reiten&#8230; die Vorstellung, vom ersten Tag an durch die Landschaft zu reiten, W\u00e4lder aus der Hochsitzperspektive zu sehen, den Kopf einzuziehen, wenn die \u00c4ste tief h\u00e4ngen, dann wieder raus, Wiesen, &#8218;La Montanara&#8216; f\u00fcr&#8217;s Auge&#8230; ach irgendwie&#8230; ich denke zur\u00fcck, Jahre her, vor dem Balkankrieg, da bin ich mit einem Zigeuner von Ulcinji bis zur albanischen Grenze geritten&#8230; barfu\u00df, durch Disteln, \u00f6de, aber sch\u00f6ne Landschaft, rechts das Meer, links kein Haus, kein Mensch, kein Auto&#8230; bis zum Grenzflu\u00df&#8230; auf dem R\u00fcckweg noch ein St\u00fcckchen am Strand entlang, mit den Pferden ins Wasser&#8230;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Oh, mein Hund ist weg&#8230; &#8222;Laika, Laika, komm her!&#8220; &#8230; ich h\u00f6re sie irgendwo schnauben, bestimmt durchst\u00f6bert sie die Stallungen&#8230; schon kommt sie geflitzt&#8230; &#8222;Guter Hund, brav!&#8220;<br>Ich sehe die alte Bank&#8230; die stand immer vor dem Haus&#8230; soweit ich wei\u00df, war ich der letzte, der drauf gesessen hat, besser gesagt, nach mir war sie nicht mehr benutzbar! Auf der Bank haben schon viele gesessen, fast alle, die zum Reiten kommen, haben dort schon gesessen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;wen die Bank reden k\u00f6nnte&#8230;<br>Jetzt steht an urspr\u00fcnglicher Stelle eine neue Bank&#8230; die wird genauso benutzt, wie die alte&#8230; auch deren Geschichte wird immer umfangreicher&#8230; ich setze mich drauf&#8230; lehne mich zur\u00fcck, wie ich es in den letzten 14 Jahren immer wieder gemacht habe&#8230; gute Bank! Mit meinem vorherigen Hund, Sina, habe ich immer zu zweit draufgesessen, ich auf der Bank und Sina auf meinem Scho\u00df&#8230; kein Problem? Doch, Sina war eine Boxerh\u00fcndin, wie auch meine jetzige H\u00fcndin Laika, die sich allerdings nur selten \u00fcberreden l\u00e4sst, auf meinem Scho\u00df Platz zu nehmen. Nur wenn sie der Meinung ist, der Boden sei zu nass oder zu dreckig, dann soll sich der Alte erstmal hinsetzen&#8230; dann kommt, wenn ich schon im Dreck sitze, sie daher!<br>Das Telefon klingelt, es holt mich aus meinen Gedanken&#8230; ich gehe, an Dietmar vorbei, wieder in die K\u00fcche, setze mich wieder hin, das P\u00e4rchen macht sich langsam auf den Heimweg, steht auf&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Dietmar kommt wieder rein&#8230; Abschied nehmen in Roeteltown&#8230; hei\u00dft gleichzeitig freuen auf das n\u00e4chste Mal. Die Zwei gehen, Dietmar setzt sich wieder, wir diskutieren \u00fcber Dinge, die wir gemacht haben, Dinge, die wir gerade machen und Dinge, die wir noch machen wollen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Jaja, wir zwei sind \u00e4lter geworden&#8230; ein Kadett f\u00e4hrt in den Hof, wir sehen kurz aus dem Fenster, es ist Dietmar&#8217;s Mutter&#8230; ich kenne sie schon seit fast 25 Jahren&#8230; sie war eine streitbare Frau (im positiven Sinne) mittleren Alters, jetzt ist sie eine alte Dame, aber streitbar kann sie immer noch sein und diskutieren kann sie wie der Teufel, wenn man sie auf der Zw\u00f6lf erwischt! Ach, hat das immer Spa\u00df gemacht, vor allem, wie ich einmal in ihrem Wohnzimmer mit ihrem Lieblinghocker zusammengebrochen bin. Der Hocker war danach reif, aber sie hat es mir nie \u00fcbel genommen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00fcchent\u00fcr geht auf und sie steckt nur den Kopf rein. &#8222;I hob dir a poa \u00c4pfee vorbei&#8217;bracht&#8230;!&#8220;&#8230; &#8222;Is guat, dank&#8217;sch\u00f6n Mam!&#8220; erwidert Dietmar&#8230;<br>Unser Gespr\u00e4ch geht weiter, da klingelt wieder das Telefon&#8230; w\u00e4hrend mein Telefon Samstags eigentlich recht ruhig ist, musste sein Telefon Samstags eigentlich Akkordlohn bekommen. Ist ja klar, die R\u00f6telbergranch (er)lebt ja mit den Reitern die Freizeit. Die meisten haben nunmal am Wochenende Zeit, so da\u00df eben auch Samstags der meiste Betrieb ist&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gehe unterdessen wieder raus. Christine kommt gerade wieder mit der Gruppe zur\u00fcck, ich sehe auf die Uhr, einundhalb Stunden waren sie drau\u00dfen&#8230;<br>&#8222;Es war einfach so sch\u00f6n da drau\u00dfen, da sind wir etwas weiter geritten&#8230;&#8220; sagt Christine zu mir&#8230; Alle gemeinsam machen sich daran, die Pferde abzusatteln, Hufe zu kontrollieren, kurz, sie zu versorgen!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher, auf anderen Reith\u00f6fen hab ich das immer anders gesehen:<br>Die Reiter kommen, die Pferde stehen fertig gesattelt da, dann wird exakt eine Stunde geritten und danach werden die Pferde im Istzustand abgegeben&#8230;<br>Kein Wunder, da\u00df sich so ausgebildete Menschen mitunter eine falsche Vorstellung davon machen, wieviel Zeit ein eigenes Pferd tats\u00e4chlich ben\u00f6tigt&#8230; Naja, nicht mein Problem&#8230; ich sehe den Pferden zu, wie sie das genie\u00dfen, schmusen wollen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Michaela kommt vorbei. Sie will sicherlich mit ihrem Pferd Naddel raus&#8230; Michaela habe ich irgendwann vor Jahren auf einem Stadtfest in Kelheim kennengelernt. Sie war ein reitbegeistertes M\u00e4dchen, da\u00df schon damals verantwortungsvolle Aufgaben \u00fcbernahm&#8230; heute ist sie ein junge Frau, die genau wei\u00df, was sei will&#8230;HALT, vielleicht doch nicht, aber auf jeden Fall wei\u00df sie, WAS SIE NICHT WILL! Ich finde das ist fast wichtiger, sich rechtzeitig bewu\u00dft zu werden, was man nicht will&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Meine H\u00fcndin Laika springt mich an, will spielen, besch\u00e4ftigt werden&#8230; Ihr Schwanz wedelt&#8230; meine vorherige H\u00fcndin hatte noch einen kupierten Schwanz, Laika nicht. Mir haben schon soviele Leute gute Ratschl\u00e4ge gegeben, wo ich trotz gesetzlichem Verbot den Schwanz von Laika kupieren lassen kann&#8230; WIESO EIGENTLICH??? Sehe ich so aus, als wenn meine Hunde misshandelt werden m\u00fcssten? Die Natur hat meinen Hund so geschaffen, wie er ist und genau so will ich ihn haben und so finde ich es gut! Ich hab lange gebraucht, um so zu denken, aber&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Christine spricht mich an&#8230; &#8220; &#8211; &#8220; &#8230;&#8230;&#8230;.<br>&#8222;\u00c4\u00e4h, Christine, pardon, bitte nochmal, ich habe dich jetzt nicht verstanden&#8220;&#8230; nicht weil ich taub bin, sondern sie hat mich wohl irgendwie aus meinen Gedanken gerissen&#8230; deswegen konnte ich ihr nicht folgen&#8230;<br>Der Tag verging. Ich sehe auf die Uhr&#8230; schon so sp\u00e4t? Ich bekomme ein schlechtes Gewissen und mache mich auf den Heimweg&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Pl\u00f6tzlich, als ich mit dem Auto vom Hof fuhr, meinte ich, genau an Einfahrt kurz einen fast durchsichtigen wei\u00dfen Schleiher zu sehen! Ist das die Wand, die alle meine Sorgen, N\u00f6te und allt\u00e4glichen, ach so wichtigen Gedanken drau\u00dfen h\u00e4lt? Oder h\u00e4lt sie meine &#8218;Traumzeit&#8216; hier bereit f\u00fcr&#8217;s n\u00e4chste Mal, so da\u00df sie nie ganz endet?<\/p>\n\n\n\n<p>hdx<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorwort Was ist die &#8218;Traumzeit&#8216;? In der Mythologie der Ureinwohner Australiens, den Abourigines, gibt es eine Traumzeit. Jeder Mensch macht seine Traumzeit durch. Er wandelt auf &#8217;seinem&#8216; Pfad, den nur er sehen kann und begegnet dabei seiner eigenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dies ist einer Schilderung meiner &#8222;Traumzeit&#8220; (der &#8218;Traumpfad&#8216; wurde begangen, erlebt und aufgeschrieben &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/roetelbergranch.de\/?p=292\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eTraumzeit!?\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-292","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sonstiges"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=292"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":294,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/292\/revisions\/294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/roetelbergranch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}